Ich bin seit einigen Jahren aktiv auf Mittelalterlagern. Dabei habe ich das Glück, in einem Verein zu sein, der nicht so übertrieben humorlos ist, wie anscheinend ein Großteil der Reenactment-Szene ;) Somit ist es bei uns
- Gar kein Problem, einmal mit einer Kamera oder Kippe herumzulaufen
- Wichtig, dass jeder seinen Spaß hat – und zwar auch und vor allem die Besucher
- Nicht gar so wichtig, sich gewandungsmäßig auf einen Rahmen von 5 Jahren Breite festzulegen
- Sehr gern gesehen, wenn Frauen mehr tun als kochen, und ebenso wie alle anderen in der Schlachtreihe stehen
…und so weiter. Ihr wisst, was ich meine, ja? Trotzdem unterscheiden wir uns vom LARP-Volk in einigen Punkten. Ich glaube, auf beiden Seiten gibt es Vorurteile gegenüber der jeweils Anderen – und das wird auch nicht wirklich dadurch geschmälert, dass viele Mitglieder unseres Vereins nebenbei begeisterte Larper sind.
Wir hatten letztes Wochenende die Ehre, vom Engonien e.V. zu einer LARP-Con, der 16. Grenzwacht, geladen zu sein. Für einige unter uns war es ein schwieriger Schritt, plötzlich auf einem “Markt” einen Charakter zu spielen – und ein paar taten sich durchaus schwer damit – doch ein Großteil hatte einen Heidenspaß daran :)
Ich persönlich fand diesen ersten Ausflug in die Liverollenspielwelt wirklich augenöffnend. Meine Vorurteile verflogen – ich sah eigentlich kein einziges Negativ-Charakterkonzept (der typische überstarke Halbgott-Charakter lief mir nicht über den Weg) – dafür schien jeder darauf bedacht zu sein, mit seinem Spiel die Situation anzureichern, sie tiefer, epischer oder einfach lustiger zu machen. Ein wundervoller Vorsatz :)
Die Gewandungen waren fast allesamt sehr liebevoll und detailreich gestaltet – ebenso die Lager – auch wenn einige davon unter Gartenpavillons standen und die Burg, die es anzugreifen galt, eine Filmkulisse aus Holz war: In diesem Kontext tat das dem Flair keinen Abbruch :)
Wer einige bildliche Impressionen haben mag, darf sich hier umsehen. Und für mich war es sicher nicht die letzte Con, auf der ich war.





