Datenschutz | Gedankenwald
2009
27
Sep

Nicht vergessen:

geschrieben am 27.09.2009 in Datenschutz, Politik von Ganayan · 0 Kommentare

Heute ist ‘Vote like a Pirate’ – Day!

2009
17
Apr

Es darf zensiert werden.

geschrieben am 17.04.2009 in Datenschutz, Medien, Politik von Ganayan · 2 Kommentare

Heute ist ein schwarzer Tag für Deutschland. Denn heute, am 17. April 2009, trafen sich die größten deutschen Internetprovider mit der Bundesfamilienministerin von der Leyen und unterzeichneten einen Vertrag, in dem sie sich verpflichteten, kinderpornographische Inhalte aus dem Internet herauszufiltern.

Eine “freiwillige Zensur” wird dieses Vorgehen genannt, und dass man einen Sachverhalt wie die Kinderpornographie vorschiebt, um die Provider gefügig zu machen und die Bevölkerung schon einmal an chinesische Verhältnise zu gewöhnen wundert nicht. Kaum ein Anbieter, der in der Öffentlichkeit steht, wird sich mit einer Verweigerung den ungerechtfertigten Ruf eines Befürworters von Kinderpornographie zuziehen wollen. In dieser Liste könnt ihr nachschauen, ob Euer Provider die Courage hat, diesem Schwachsinn entgegenzuhalten – oder ob ihr wohl besser wechseln solltet, um ein Zeichen zu setzen.

zensur.jpg

Oh, versteht mich nicht falsch: Die fragwürdigen Inhalte bleiben im Netz verfügbar und für jedermann erreichbar. Diejenigen, die über die Provider, die sich an der Zensur beteiligen online gehen, haben es nur drei Klicks schwerer, die betreffenden Seiten aufzurufen. Es wird also am Grundübel rein gar nichts geändert, es wird eher noch geholfen, das Thema totzuschweigen.

Aber darum geht es ja gar nicht. Es geht ja darum, in Zukunft auch andere Inhalte sperren zu können und eine Infrastruktur zu schaffen, nicht wahr? Politisch alternative Inhalte. Moralisch fragwürdige Inhalte. Urheberrechtlich geschützte Inhalte.

Bye, bye Freiheit. Ein schwarzer Tag.

2008
01
Sep

Aufruf zum Terrorismus

geschrieben am 01.09.2008 in Datenschutz, Politik von Ganayan · 4 Kommentare

Der Spreeblick hat ein Foto eines Anit-Terror-Plakates gemacht, bei dem auch mir die Luft weggeblieben ist. Man will praktisch jeden Bürger eines Staates (der kein Terrorist ist *gg*) zum IM machen und nebenbei noch diese ach so praktische Bewusstsein schüren, dass es höchst verdächtig ist, nicht jedem Wildfremden zu erzählen was man gerade tut.

Wahrscheinlich, weil man da etwas zu verbergen hat.

Nun ja, der Spreeblick zeigt das Original – und eine treffende Antwort darauf:

 

Nun … ich würde gern mehr Menschen finden, die mir folgen und ebenfalls Terrorist werden. Wenn ich Überwachungskameras fotografiere, und die irritierten Blicke auf mich fallen sehe, würde ich mir manchmal wünschen, angesprochen zu werden. Oder … vielleicht auch gemeldet *lacht* denn – ein Guantanamo haben wir ja noch nicht.

Also, helft mir, indem Ihr:

  • Sicherheitseinrichtungen fotografiert, wo ihr nur könnt
  • Euch verdächtig verhaltet, wenn Ihr Autos mietet oder kauft (wie immer das geht)
  • Widersprüchliche Angaben über Eure Reiseziele macht. Und mit Koffertrolleys durch die gegend lauft, auch wenn ihr nur einkaufen geht. Die kann man auch mal unbeaufsichtigt auf dem Bahnhof abstellen *grinst*
  • Computer benutzt! Und, wenn Ihr in der Bahn oder im Bus online seid, sollte Euer eh schon neugieriger Nachbar auch mitbekommen, dass eine Terroristen-Website Eure Startseite ist.
  • Immer das neueste Handy benutzt. Sehr verdächtig. Mein goth, kenne ich viele Terroristen! 

Also, im Ernst … ich möchte nicht in eine Welt driften, in der ich wegen derartigem Verhalten verdächtigt werde. In der ich auch nur einen Gedanken daran verschwenden muss, ob mir irgendeine Eigenart (von denen ich viele habe) diesbezüglich Nachteile bringen kann. Wie kann man so eine Entwicklung noch aufhalten?

2008
12
Jun

Großbritannien rüstet auf

geschrieben am 12.06.2008 in Datenschutz, Politik, kurioses von Ganayan · 4 Kommentare

Das Königreich der Überwachung hat ein neues Spielzeug: In verschiedenen Sozialbehörden wurden Lügendetektoren in die Telefonsysteme integriert, die dem Mitarbeiter automatisch anzeigen, wenn ein Verdacht darauf besteht, dass der Gesprächspartner die Unwahrheit sagt. So sollen sog. Sozialschmarotzer aufgespürt werden.

Schon im Oktober 2007 startete ein entsprechendes Pilotprojekt, das nun ausgeweitet werden soll. Nicht nur auf Sozialämter, auch das Arbeitsamt und verschiedene Arbeitgeber haben Interesse angemeldet, Ihre Kunden und Mitarbeiter zu überwachen. Eine Horrorvorstellung ist das in meinen Augen. Es ist mir schon ein Gräuel, wenn meine Gespräche aufgezeichnet werden (oh – da fällt mir ein – ein kurzes: “Ich werde dieses Gespräch aufzeichnen. Um dem zu widersprechen, legen sie jetzt bitte auf!” ist meiner Erfahrung nach der schnellste Weg, Umfragen und Werbeanrufen zu entgehen!) – nein, nun werden diese Daten auch noch in Echtzeit analysiert und mir wird unterstellt, die Unwahrheit zu sagen.

Mehr noch – die Entscheidung darüber wird in die Hände von Software gelegt, deren Resultate von psychologisch ungeschultem Personal interpretiert werden – ich finde, an dem Punkt ist man schon dreimal viel zu weit gegangen.

Lior Koskas von der Firma Digilog beschwichtigt:

“[The technology] is just an element within the overall risk assessment of a conversation. What we train time and time again is to use this as an indicator. It can guide you through a conversation, but at the end of the day, you need to rely on what the technology is telling you and [your training] as an operator.”

[Quelle]

Einige Opfer der ersten Testwelle berichten jedoch, dass sie schon bei der Ankündigung eines Lügendetektortests ihre Sozialanträge zurückgezogen haben, um Ihre Daten zu schützen. Die Lobby und Befürworter des Systems verbuchen das als Erfolg, und meinen, damit potenzielle Sozialbetrüger von einer Tat abgehalten zu haben.

Die Pro7 “Nachrichten” griffen gestern Abend das Thema auf und meinten, dass wir hier in Deutschland von solcherlei Maßnahmen noch ein weites Stück entfernt wären. Schön wär’s! Wir kennen ja die Prozedur: Stasimethoden mit harten Auflagen zur Bekämpfung von Terroristen legalisieren, und dann die Anwendungsbereiche auf Bagatelldelikte ausweiten. Bei der Maut gesehen, bei der Vorratsdatenspeicherung steht es bevor.

Gehen wir schonmal Transparente malen? *seufzt*

Lügendetektor-Telefon.jpg

2008
05
Jun

Das panoptische Prinzip

geschrieben am 05.06.2008 in Datenschutz, Medien von Ganayan · 4 Kommentare

Jeden Tag laufe ich an einem Haushaltswarengeschäft vorbei, das den öffentlcihen Gehweg vor dem Geschäft mit 3 (DREI!) Kameras überwacht. Ich weiß nicht, ob es Atrappen sind, ich weiß nicht ob sie eingeschaltet sind aber ich weiß, dass ich mich beobachtet fühle, wenn ich dort vorbeilaufe.

Ich nehme mir immer vor, dort mal hineinzugehen und nachzufragen aber schiebe es immer wieder hinaus. Und das, obwohl mir dieses Thema eigentlich wichtig ist. Aber … aber ich schaffe es schon noch. In den nächsten Tagen. Oder so.

Wieder auf das Thema gebracht hat mich der Shopblogger mit diesem Video, das auf eine sehr amüsante und ein wenig markabere Art den Unsinn von Kameraüberwachung klarmacht.

Natürlich ist bekannt, dass der Shopblogger selbst auf Kameraüberwachung setzt – aber er tut das mit Hinweisschildern, offensichtlich und in den eigenen Verkaufsräumen. Nicht heimlich auf dem Bürgersteig. Solange ich daran vorbeigehen und mich entscheiden kann, dort nicht einzukaufen und so auch nicht gefilmt zu werden, finde ich es zumindest akzeptabel. Vorerst.

2008
16
Apr

Kinder und Silikon

geschrieben am 16.04.2008 in Datenschutz, Persönliches, Politik, kurioses von Ganayan · 0 Kommentare

Ein Buch, um Kinder an die Schönheitschirugie heranzuführen: My beautiful Mommy. Das erinnert mich ein wenig an das Microsoft-Kinder-Server-Buch. Auch wenn das Thema um einiges ernster ist.

Vor allem, wenn man in den USA alltägliche Dinge erlebt wie den Kontrast zwischen folgenden beiden Gegebenheiten:

Die Pflicht, dass Cover von Fernsehzeitschriften mit einem hübschen Frauenportait abgedeckt werden müssen – Seite an Seite mit Radiosendern, die Schönheits-OPs an Mädchen zur Jugendweihe verlosen.

Warum findet man an allen Ecken und Enden Initiativen, Individualität auszulöschen und alles und jeden an den von den Massenmedien aufgezeigten Standards zu orientieren. Das letzte mal dachte ich das vor 20 Minuten bei einer Werbung für “Das Model und der Freak“. Grau-en-haft!

2008
19
Mrz

Mama – wie war eigentlich dein Nick?

geschrieben am 19.03.2008 in Datenschutz, Gedankenwald, Persönliches von mirlith · 2 Kommentare

Hat sich schonmal jemand mit dem Gedanken beschäftigt, dass die Kinder moderner Datenreisender danke Google Cache und dem niemals vergessenden Internet später in der Lage sein werden, einen Großteil des Lebens ihrer Eltern nachzuvollziehen?

Ich spreche ein wenig von den normalen Web 2.0 – Weltenbürgern, aber insbesondere von den heute immer mehr werdenden Digitalexhibitionisten. Youtube und Myspace könnten den Sprösslingen mehr verraten, als Ihr Euch heute vorstellen könnt ;)

2008
27
Feb

…ist mit dem Grundgesetz unvereinbar!

geschrieben am 27.02.2008 in Datenschutz, Politik von mirlith · 0 Kommentare

Und wie immer: Die Regierung kurbelt über den EU – Umweg ein Beschneiden unserer Grundrechte an.

Und unser Bundesverfassungsgericht muss es wieder gerade biegen – und tut es auch!

Heute um 10 Uhr so geschehen, als das Bundesverfassungsgericht die NRW-Ausprägung dieses Gesetzes in seiner derzeit gültigen Form als verfassungswidrig bezeichnet. Weiterhin leitete außerdem erstmal ein Grundrecht auf Vertraulichkeit und Integrität von IT-Systemen ab. Und das selbst dann, wenn die Funktion der IT-Systeme die persönliche Lebensgestaltung nur tangiert!

Ich kam mir vor wie in der Zukunft, als bei der Urteilsverkündung auch noch erklärt wurde, dass sich für viele Menschen ein Großteil der Persönlichkeitsentfaltung auf IT-Systeme stützt. Und das gerade zum Aufbau sozialer Kontakte. Man sieht Parallelen zwischen der Vernetzung von Menschen und Rechnern.

Träume ich? Ich kenne so viele Menschen, die jünger sind als der gefühlte Altersdurchschnitt der Entscheidungsträger, die das absolut nicht verstehen und wehement abstreiten.

Auch die Gefahr von Datamining wird angesprochen, es macht den Eindruck, als hätte man die Chance, die die große Aufmerksamkeit bietet, gleich mal genutzt, um alles einmal anzureißen, was auf den Herzen der Verfassungsschützer liegt.

Es wird ebenfalls klargemacht, dass man Pseudonymisierung und vor Allem Verschlüsselung braucht, um IT-Systeme zur Persönlichkeitsentfaltung zu nutzen. Eine Onlinedurchsuchung macht diese Schutzmaßnahmen natürlich irrelevant. Aber gerade dieser Sachverhalt macht unsere IT-Systeme zu einem hochwertigen Schutzgut.

Ich sehe wieder glücklicher in die Zukunft … die Urteilsbegründung lässt erahnen, dass die künftigen Entscheidungen dieser Instanz in die richtige Richtung gehen werden.

Wie Ihr das gewohnt seid, findet Ihr bei der Netzpolitik eine feine Zusammenstellung aller Fakten.

2007
07
Okt

Schädelvermessung ist out …

geschrieben am 07.10.2007 in Datenschutz, Politik von mirlith · 0 Kommentare

Verhaltensanalyse ist in. Neeein – natürlich nicht mit altmodischen Menschen die andere Menschen beobachten und einschätzen. Hey, wo leben wir denn? Selbstverständlich geht es um automatisierte Systeme, die man wunderbar an die reichlich vorhandene Überwachungshardware hängen kann die überall in den öffentlichen Räumen steht.

Die analysiert dann Dinge wie biometrische Daten (mmm … also doch Schädelvermessung?) des Gesichtes und des restlichen Körpers gemeinsam mit Verhaltensmustern und z.B. der Stimme, um dir einen Score zu geben der wiederspiegelt, wie wahrscheinlich es ist, dass du gleich einen terroristischen Anschlag durchführst.

Das ist wundervoll, nicht wahr? Ich meine – wir haben ja noch nicht genug Verantwortung in die Hände von Algorithmen gelegt. Und wir haben auch noch nicht genug Probleme mit Rasterfahndungsmethoden wie sie jetzt existieren – nein – wir müssen das ganze auch noch automatisieren und blind von Computern auf alles loslassen.

Entwickelt wird das ganze wohl an der Uni in Buffalo – hoffen wir nur, dass die Leute, die das Internet für Schäuble und Co. bedienen, so viel Inkompetenz an den Tag legen wie bei den anderen Dingen, die sie ihm in den Kopf gesetzt haben, und das nicht finden. Wenn wir eines nicht brauchen, dann noch mehr kranke Ideen, die uns in den Polizeistaat führen.

Gefunden habe ich den Beitrag bei BoingBoing – die auch ein sehr treffendes Bild dazu gefunden haben.

2007
27
Sep

NEDAP ist tot!

geschrieben am 27.09.2007 in Datenschutz, IT-News, Politik von mirlith · 0 Kommentare

Ooh wie wundervoll! Wie ich gerade hier und da gelesen habe, hat NEDAP seine Zulassung verloren – das bedeutet, dass deren Computer nun nicht mehr für Wahlen in den Niederlanden eingesetzt werden dürfen.

Feinfein ist das :)

Oh, und die Demo am 22. war wirklich fein (bis auf die völlig unnötige von den Grünen den grün-weißen provozierte Eskalation am Ende) – ein paar Bilder werde ich wohl veröffentlichen, wenn ich die Personen alle unkenntlich gemacht habe. Dauert noch ein wenig, ich bin gerade arg im Stress.

Eure Mirlith.