kurioses | Gedankenwald
2010
22
Mrz

Mit Vollgas gegen die Wand

geschrieben am 22.03.2010 in IT-News, Medien, kurioses von Ganayan · 2 Kommentare

Ich mag manchmal die Hände vor den Kopf schlagen und hysterisch lachen und … und dabei weinen. Ein wenig unter meinem Radar war der Artikel des Manager-Magazins, der davon berichtet wie sehr die Telekom ihre Rolle missinterpretiert, bis netzpolitik.org ihn heute an mein Tageslicht gezerrt hat.

Worum es geht? Nun – kurz gesagt möchte die Telekom in ihrer Eigenschaft als ISP erfolgreichen an Netzangeboten, die vielleicht direkt oder indirekt Geld damit machen, dass sie Besucher haben, mitverdienen. Da fragt man sich doch: Warum?

Als Ungleichgewicht bezeichnet Herr Obermann den Fakt, dass Anbieter von Diensten Geld mit diesen verdienen können. Und das unter anderem dadurch, dass Kunden der Telekom auf diese zugreifen! Ich meine – wo bleibt denn dann der ISP? Der bekommt in diesem Fall nur Geld vom Endnutzer, und … und muss damit den vielen Traffic bezahlen (oder das, was nach Peering-Deals noch davon übrig ist).

Es macht mich krank, dass die Provider für Endkunden – egal ob DSL, Kabel oder Mobil – mehr und mehr meinen, sie seien mehr als ein verdammtes Kabel. Vergesst es! Ihr seid dazu da, meine Daten so schnell wie möglich von A nach B zu bringen.

Ohne sie zu zensieren, blockieren, überwachen, verlangsamen, bevorzugen – und auch ohne von der Gegenseite Geld dafür zu verlangen.

Denn die Gegenseite bezahlt auf Ihrer Weise für Ihren Netzanschluss – oder handelt Deals zum Tausch von Traffic aus. So einfach ist das.

Verlangt ein Finanzdienstleister höhere Zinsen, wenn ich mit geliehenem Geld lukrativere Geschäfte mache? Will mein Telefonanbieter von einem Hotel Geld, wenn ich dort telefonisch ein Zimmer reserviere? Ich hoffe nicht!

Dieser Schwachsinn reiht sich ein in eine Ansammlung sich häufender Fälle, in denen netzinkompetente Entscheidungsträger auf die reale Welt losgelassen werden. Ihr macht mir Angst. Lasst den Schwachsinn. Beschäftigt Euch mit einem Medium – denkt ein wenig nach, lasst es analysieren von Menschen, denen ihr vertraut. Und trefft dann Eure Entscheidungen.

2009
21
Apr

Abgeschnitten

geschrieben am 21.04.2009 in IT-News, Medien, kurioses von Ganayan · 2 Kommentare

…von der Außenwelt. Wie von Macnotes bestätigt bin ich nicht der einzige, der vom heutigen bundesweiten Netzausfall von T-Mobile betroffen war. Ein wenig fühle ich mich ja wie die Zielgruppe von diesem Typen hier…

…aber mal ehrlich – T-Mobile beschäftigt sich damit, die Netzneutralität in Grund und Boden zu stampfen, das Internet zu zensieren und unsere Vertragsfreiheiten einzugrenzen – ganz abgesehen davon, dass sie monatlich ein Heidengeld von mir bekommen – wäre es nicht angemessen, erstmal dafür zu sorgen, dass ich twittern kann?

Telefonieren wäre ja nicht so wichtig…

2009
12
Mrz

Schießtraining

geschrieben am 12.03.2009 in Medien, Politik, kurioses von Ganayan · 2 Kommentare

Ich hätte das Interview gar nicht gelesen, wenn ich nicht darauf aufmerksam gemacht worden wäre: Das moderierte Tagesschau-Chatinterview mit Thüringens Innenminister Karl Heinz Gasser (CDU) zum aktuellen Thema. Ich denke, wir haben alle die Halbwahrheiten und aus-dem-Bauch-Entscheidungen satt, die auf den Tisch kommen, wenn es um sogenannte “Killerspiele” geht, und sind es gewohnt, bei den diversen Berichten in den Medien ungläubig den Kopf zu schütteln. Das ist seit einiger Zeit auch meine Meinung.

Doch das verwunderte Augenreiben und die Ungläubigkeit, dass ein denkender Mensch solche Behauptungen aufstellt, wurden beim Lesen dieses Interviews noch einmal übertroffen. Der von der Tagesschau eingefügte Titel “Killerspiele machen Amokläufer fit” trifft es schon ganz gut – ich möchte Euch die Highlights nicht vorenthalten:

[...] Dies ändert aber nichts daran, dass ich zum Beispiel mit den anderen Mitgliedern der Gutenberg-Kommission zu dem Massaker in Erfurt feststellen musste, dass Steinhäuser sich über Monate und Jahre die Voraussetzungen für sein Verbrechen geschaffen hat, indem er ein hohes Maß an Fertigkeiten durch Killerspiele erworben hat. Ohne dies wäre es ziemlich ausgeschlossen gewesen, dass er es geschafft hätte, 16 Menschen innerhalb von circa zehn Minuten zu ermorden.

Na klar! Ich meine – wir wissen ja alle, wie realistisch so eine Maus sich anfühlt – gerade bei First-Person-Shootern, und dass die Killerspielespieler beim Bund immer am besten geschossen haben. Vor allem, wenn sie mit so etwas trainiert haben:

Killermaus.jpg

Da wäre es ja vollkommen sinnlos, über eine Änderung der Waffengesetze nachzudenken – oder … noch utopischer – über die psychologische Betreuung von Kindern und die Ausweitung der Verantwortungsbereiche der Lehrer.

Aber, dass man allein mit einer Maus keine Menschen erschießen kann, räumt Herr Gasser dann doch ein:

Natürlich wären die Verbrechen bei Amokläufen nicht ohne scharfe Waffen möglich gewesen. Und man hat ja aus dem Besitz solcher Waffen Konsequenzen gezogen in der Bundesrepublik bezüglich des Waffengesetzes und der Kontrolle von Waffenscheinen – auch bei Sportwaffen, Schützenvereinen et cetera. Bei Steinhäuser war feststellbar, dass die von ihm verwendeten Killerspiele ihn zu einer unglaublichen Zielgenauigkeit geführt haben und er bei seinem Amoklauf durch das Gutenberg-Gymnasium nur aufgrund dieser monatelangen Übungen in der Lage war, eine solche Anzahl von Menschen zu erschießen, obwohl er keineswegs ein sportlicher Typ war.

… was? Schon wieder? Also … ich glaube, wir brauchen ein paar Stimmen der Vernunft. Die gab es in dem Chat auch:

Sie glauben nicht ernsthaft, dass es das gleiche ist, eine Maus zu bewegen, die 200 Gramm wiegt, und eine Waffe, die Kilos wiegt…

[…]

Als ehemaliger Bundeswehrsoldat habe ich mit echten Waffen schießen müssen. Die Treffsicherheit habe ich durch Shooter nicht verbessern können. Der Vergleich hinkt.

[…]

Ach, kommen Sie. Hat er nicht viel eher durch Schusstraining die Zielgenauigkeit erlangt? Und wie war bitte feststellbar, dass es durch die PC Spiele zu dieser Genauigkeit gekommen ist?

…aber dort besinnt er sich auf sein Politiker-Basic-Skillset und lenkt ab, wechselt das Thema und geht nicht weiter darauf ein. Sehr schade.

Ich bin immer der Meinung, dass es Politiker nicht so schwer haben. Sie haben Gremien, die Informationen vollkommen aufbereiten und herunterbrechen. Was übrig bleibt ist einzig eine Entscheidung. Diese muss konsistent sein, mit dem Kurs der Partei, und sie müssen dahinter stehen, sie verteidigen. Sie begründen können, und ihre Beweggründe nachvollziehen.

Ich glaube, dass das leicht ist. Berichte durchlesen, in denen auch schon Argumentationsketten stehen – für Pro und Contra, und sich darauf basierend eine Meinung bilden. Doch wenn man aus dem Bauch heraus entscheidet, nach persönlicher Meinung, und dann plötzlich mitbekommt, dass das Thema etwas komplexer ist, als man es vorher dachte, und merkt, dass man sich doch besser informiert hätte … das ist schon peinlich. Finde ich.

Dieser Hang geht aber scheinbar mit dem Amt des Innenministers einher. Egal ob für Bund oder Land.

2009
14
Feb

Fuck the solar eclipse

geschrieben am 14.02.2009 in IT-News, Persönliches, kurioses von Ganayan · 3 Kommentare

… das hier ist viel seltener!

Gestern Nacht konnte ich nicht vor 00:31:30 schlafen gehen denn ich musste ja das hier miterleben:

Bild 2.png

1234567890 Sekunden nach dem Epoc – ich bin so glücklich, dass ich das miterleben durfte *grinst*

Das war auch all die Sticheleien der unwissenden Nichtgeeks wert ;)

2008
25
Nov

Wo liegt Springfield?

geschrieben am 25.11.2008 in Medien, kurioses von Ganayan · 10 Kommentare

Die Simpsons – das ist die einzige Serie, die ich noch auf Deutsch schaue. Ich weiß nicht warum – es hat sich so eingebürgert. Und … ich nerve meine Mitmenschen auch immer brav mit Simpsons-Zitaten und Szenen aus der Serie, die gerade geschehenen Ereignissen in der Realität ähnlich sind. Und als Simpsons-Fan frage ich mich natürlich auch immer auf’s Neue, wo denn die Heimat der gelben Familie liegt – und nehme jeden der vielen Hinweise, die in der Serie gegeben wurden, dankbar auf.

Als Diemen mal wieder bei uns war, schauten wir nebenbei eine Folge und … ich habe gar nicht darauf geachtet, doch in dieser Variation der “Sofa-Szene” am Beginn wird ein Hinweis gegeben, der mir in den sicherlich 5 mal, dass ich diese Folge sah, entgangen ist. Ihm fiel es jedoch auf:


Es ist die Szene, in der von Homer direkt gerade nach oben gezoomt wird – man sieht das Haus, die Stadt, Landstriche, Amerika, die Erde, das Sonnensystem, Galaxien die zu schrumpfen scheinen wie subatomare Teilchen – die nahtlos übergehen in Atome, Moleküle und … nun – ihr ahnt, wo man wieder herauskommt *grinst*

Ja – und da die Kamera immer zentriert zu bleiben scheint, könnte man versuchen, anhand der Karte herauszufinden, wo Springfield liegt. Schauen wir mal :)

Wir beginnen bei Springfield:

springfield.jpg

… und zoomen weiter hinaus.
landschaft.jpg

Wir erkennen nichts. Noch ein Stück:
usa.jpg

Oh fein! Immerhin kann ich mich orientieren! Was geschieht wohl wenn man eine Karte darüberlegt?
map.jpg

Ha, perfekt! Also – wenn ich danach gehe, dann liegt Springfield an den Great Lakes – und zwar in Wisconsin, knapp nördlich der Grenze zu Illinois am Lake Michigan.

2008
27
Okt

Disclaimerkrieg

geschrieben am 27.10.2008 in kurioses von Ganayan · 2 Kommentare

Sobald man beginnt, Emails mit Menschen und Institutionen auszutauschen, die meinen, etwas besseres oder wichtigeres als eine Privatperson zu sein – aber trotzdem kein Verständnis für die grundlegenden Dienste des Internet haben, trifft man auf Sie: Disclaimer.

Irgendwie klingen sie alle gleich, und wollen mir vorschreiben, wie ich mit den Daten umzugehen habe, die mir da geschickt wurden. Daten, die anscheinend ein ähnliches Geheimhaltungsbedürfnis haben wie die Nuklearwaffencodes der US-Regierung.

disclaimerkrieg.jpg

Und was macht man mit so wichtigen Daten? Nun – zwei Dinge: Man schützt sie mit ein paar Worten, die in etwa so klingen:

Diese E-Mail enthält vertrauliche und/oder rechtlich geschützte Informationen. Wenn Sie nicht der richtige Adressat sind oder diese E-Mail irrtümlich erhalten haben, informieren Sie bitte sofort den Absender und vernichten Sie diese Mail. Das unerlaubte Kopieren sowie die unbefugte Weitergabe dieser Mail sind nicht gestattet.

…und man schickt sie unverschlüsselt und unsigniert durch’s Internet. *kratzt sich am Kopf*

Sieht da jemand einen Widerspruch? Wo kommen die Dinger eigentlich her?

2008
21
Sep

Rassismus im Internat

geschrieben am 21.09.2008 in Medien, kurioses von Ganayan · 3 Kommentare

Wenn man ein wenig mit der Mediengestaltung zu tun hat, geht man mit anderen Augen durch die Welt. Man erkennt typographische Fehltritte, gruselige CIs und Farbkombinationen jenseits von Gut und Böse – und zwar auf Plakaten, Flyern – sogar im Fernsehen. Dann wiederum gibt es Plakate und Werbeträger, deren Fehler so ins Auge stechen, dass es keiner besonderen Ausbildung bedarf, sich verwundert die Augen zu reiben.

Ich glaube ich werde demnächst anfangen, solche Dinge zu sammeln :)

beautiful_race.jpg

Das ist eine Plakatkampagne, die gerade halb Dortmund tapeziert. Ich finde, man kann diesen kessen englischen Spruch auch anders auslegen, als er wohl gemeint war. Wären sie doch bei Deutsch geblieben, so wie sie im Subtitel “Klub” geschrieben haben *lacht*

Legitim wäre er wohl, wenn sich das Plakat der Kampagne “Meinungsfreiheit statt political correctness” vom Samtbassherzschlag angeschlossen hätte :)

In Dortmund Hörde habe ich dann noch dies hier gefunden: Ein Internat über einem Spielkasino! Dort werden die Spielsüchtigen von morgen ausgebildet, nehme ich an?

internat.jpg

Helft ihr mir sammeln?

2008
23
Jul

Folter?

geschrieben am 23.07.2008 in Persönliches, kurioses von Ganayan · 0 Kommentare

Nun mal ehrlich: Es gibt nur einige ausgesuchte Gefühle die schöner sind als mit diesem Ding (wie auch immer es heißt) verzaubert zu werden, oder? Und keines von jenen Gefühlen, die noch schöner sind, ist einfacher zu erreichen! Aber in meinem Freundeskreis scheiden sich daran die Geister: Wie kann so ein einfacher aufgeschnittener Schneebesen dermaßen polarisieren?

Manche vergehen vor Glück – vor allem wenn sie es nicht selbst in der Hand halten müssen und all die Bewegungen vorausahnen können, sondern sich ein anderer erbarmt und Ihnen diese Gefühle schenkt – und andere schreien bei der Berührung (oder nur dem Anblick) wie am Spieß (nicht, dass das für die Beobachter nicht auch lustig wäre) und flüchten so weit weg wie möglich. Woran liegt das?

Und was reitet diese merkwürdigen Menschen, welche dieses Wunderwerk als Folterinstrument verteufeln? Und warum wurde das Ding erst jetzt erfunden?

Folterinstrument.jpg

2008
15
Jul

Re: Unterschicht-TV

geschrieben am 15.07.2008 in Medien, kurioses von Ganayan · 0 Kommentare

Aus dem Coffee – and – TV Blog kommt eine wundervolle Antwort auf den Emo-Beitrag den ich als Beispiel für den letzten Artikel ausgewählt habe. Sehr sehenswert – am besten beide gleichzeitig:


2008
13
Jun

Neues Spiel von Blizzard!

geschrieben am 13.06.2008 in Medien, Rollenspiel, kurioses von Ganayan · 0 Kommentare

Wrath of the Lich King – die anstehende Erweiterung zu World of Warcraft könnte im Schatten dieses genialen Wurfes von Blizzard Entertainment glatt untergehen.

Gefunden im Wonderlandblog – Onion News Network berichtet: